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WESTDEUTSCHER RUNDFUNK:

„Ein Klangzauberer, aber auch ein präziser Schlagtechniker, den kein komplizierter Rhythmus abschreckt.“

WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU

„Fritzsch ist nichts weniger als ein charismatischer Pultstar.“

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Temperament und Geheimnis der Fünften

Innsbruck – Zwei Jahre lang hat Georg Fritzsch das Tiroler­ Symphonieorchester Innsbruck (TSOI) mit musikalischer Energie und Ideenreichtum aufgeladen. Gab Konzerten und Opernproduktionen Profil – zuletzt der phänomenalen „Elektra“ –, erfand einen Orchestertag, suchte seinen Nachfolger als Chefdirigenten. Nun leitete er das Juni-Symphoniekozert mit Johannes Brahms‘ Violinkonzert und Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 5.

Der Donnerstagabend endete in einem Begeisterungssturm mit Standing Ovations. Beides galt einer aufregenden Fünften, die in ihrer Annäherung an eine historisch informierte Interpretation, ihrer dynamischen Lebendigkeit und Transparenz zu einem mitreißenden Innsbrucker Update des Werkes wurde.

Naturhörner, Naturtrompeten sowie auch -posaunen und neu angeschaffte nachgebaute Pauken der Mozart- und Beethoven-Zeit sorgten für ein geschärftes Klangbild, sinngemäß ergänzt durch eine kleine Streicherbesetzung. Die Streicher nahmen ihr Vibrato zurück, akzentuierten kraftvoll, knapp, klangvoll. Am Konzertmeisterpult erstmals Martin Yavryan, der junge armenische, in Freiburg und Trossingen ausgebildete und schon vielfach preisgekrönte Geiger, der mit Bravour sein Probejahr absolviert hat und nun dem TSOI als zweiter Konzertmeister zur Verfügung steht.

Fritzsch hat bei enormer Präsenz des Orchesters die Fünfte dynamisch ausgefeilt kontrastiert, das Über-Sich-Selbst-Hinauswachsen Beethovens wechselte überraschend mit intimen Momenten. Formale und dialogische Strukturen wurden klar und in der Artikulation ungemein vital gezeichnet, die Symphonie entstand wie aus dem Moment heraus, ein Schulbeispiel dafür, wie Schwung, Schönheit und Sinnhaftigkeit in der Musik aus der Präzision heraus entstehen. Neben dem human Überschäumenden zeigte diese Aufführung auch, wie viel Geheimnis und Sinnlichkeit in der Fünften steckt.

Das Beethoven-Gelingen war umso erstaunlicher, als vor der Pause in Johannes Brahms’ Violinkonzert der große romantische Ton gepflegt wurde, wenn auch zurückgenommen im Schwelgen und angepasst an die Solistin Sarah Chang, die, anfangs mit leicht ungenauer Intonation, ihre Virtuosität und auch Publikumswirksamkeit ausspielte. (u. st.)

 

Dieser Artikel ist im Original erschienen bei: tt.com

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