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„Fritzsch ist nichts weniger als ein charismatischer Pultstar.“

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Kieler Nachrichten

Kieler Philharmoniker: Strauss-Stärke und Vavics Fingerspitzen

Kiel - Die Kieler Philharmoniker sind imposant in die Saison gestartet: in voller Strauss-Stärke, mit neuem Ersten Konzertmeister, einer hochgradig sensiblen Solistin und einer Shih-Uraufführung, die viele im Publikum erreichte und bewegte.

Georg Fritzsch war sowieso schon wieder voll da und in seinem Element: Die monströsen Partituren von Richard Strauss bleiben seine allergrößte Stärke. Dieses genießerische Hinübergleiten von kühlen in aufgeheizte Klangbäder, das Schwelgen, Innehalten und Voranpreschen, das Ein-, Aus- und Überblenden - all das gelang am Sonntagmorgen vor allem im Heldenleben hinreißend und erntete entsprechend Bravo-Rufe. Und die gut aufgelegten Philharmoniker bestiegen die Tongebirge, die nur wenige Elite-Ensembles völlig reibungsfrei und glasklar darstellen können, mit Lust und relativ wenig Mauschelei.

Der humorbegabt selbstironische Komponist spiegelt im genau dosierten Pathos des Heldenleben ja keineswegs nur irgendeinen historischen Haudegen, sondern vor allem sich selbst - Richard, den Großmeister der Tonmalerei. Deshalb braust es so kühn zu Beginn, wie es eben nur bei Strauss braust. Und deshalb, weil die „Gefährtin“ und Ehefrau selbstverständlich das schönste Thema in der Solo-Violine bekommen muss, durfte auch Konzertmeister Maximilian Lohse beweisen, wie sicher er die Balance zwischen Schmelz, rasanten Aufschwüngen und innigem Ausdruck trifft. Hoffen wir, dass er die wichtige Führungsposition im Orchester fordernd und verbindend ausfüllt. Der Anfang war vielversprechend.

Fritzschs Strauss ließ es unterdessen an nichts fehlen: nicht am Gemecker der Musikkritiker (so was gab es mal, lieber Leser!) in den Holzbläsern, nicht am knatternden Tumult auf dem Schlachtfeld (eingeleitet von den akustisch schön „in Szene“ gesetzten Ferntrompeten), nicht an der strahlenden Siegesfeier für Strauss, den Unsterblichen. Schon die seltener gespielte Tondichtung Tod und Verklärung hatte plastisch, nämlich sprechend, lebensbedrohlich hohl und dumpf begonnen, sich im letzten Vitalkrampf gewunden, um dann ganz sanft und mit schönem Oboen-Solo (Matthieu Gonon) ins Jenseits zu schweben.

Solch griffige Verklärungsformeln sind Shihs Sache nicht. Der in Wien lebende chinesische Komponist hat für Kiel ein Requiem erdacht, das auf Grundlage eines finster-expressiven Gedichts von Else Lasker-Schüler eine letztlich hörbar ins Positive gewendete Philosophie in Tönen zeichnet.

Schön, dass Eva Heußels Programmheft und Fritzschs Erläuterungen während des Bühnenumbaus so viel Verständnis für die amorph gekräuselten Streicher-Klangflächen, das Grabes-Grummeln in den Bässen, die nervösen Paukenwirbel und die einsam schwebenden Tonschleier im Klavier wecken konnten. Seine ganz besondere Sogwirkung entwickelte das bemerkenswert heutige, traditionsbefreite, geräuschhaft die Aufmerksamkeit fesselnde Klavierkonzert, das dem anwesenden Komponisten Shih herzlichen Beifall eintrug, aber durch das Fingerspitzen-Gefühl von Anika Vavic. Die serbische Pianistin erfüllte die Etüden-Kaskaden ihres virtuosen Parts, das Diskant-Glitzern und Bass-Grollen, die minimalistisch kreiselnden Bewegungsmuster mit viel Sinn und Sinnlichkeit.

Das Konzert wird am Montag, 14. September, um 20 Uhr im Kieler Schloss wiederholt. Einführung ins Programm um 19.15 Uhr. Karten: 0431 / 901 901 und Abendkasse.

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