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„Ein Klangzauberer, aber auch ein präziser Schlagtechniker, den kein komplizierter Rhythmus abschreckt.“

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„Fritzsch ist nichts weniger als ein charismatischer Pultstar.“

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Kieler Nachrichten

Philharmonisches Konzert: Blaue Töne, herrliche Fluten

Kiel - Er zählt zu den Musikern, die vergessen lassen, wie schwer ihr Instrument zu spielen ist. Wenn Hakan Hardenberger zur Trompete greift, klingt alles leicht und ein Virtuosenstück wie Joseph Haydns Trompetenkonzert Es-Dur, Hob VII:1 wirkt unbeschwert wie ein Divertimento. Bei seiner ersten Zusammenarbeit mit den Kieler Philharmonikern stellt der schwedische Trompeter all die Qualitäten unter Beweis, die ihn in die Weltklasse geführt haben. In seinem Solopart fasziniert er durch seinen wunderbar luziden Ton ebenso wie durch seine geschmeidige Phrasierung. Frappierend auch sein rhythmischer Zugriff auf das Blasinstrument: In der Kadenz des ersten Satzes etwa spielt Hardenberger es stellenweise so, als wäre es ein Schlagzeug. Georg Fritzsch und das Philharmonische Orchester Kiel geben ihrem Stargast hier wie auch in den folgenden Sätzen zielführendes Geleit und präsentieren einen ganz und gar aufgeräumten Haydn. Die großen Pointen überlässt der GMD dabei dem Trompeter, dem im Gegenzug ein fast perfekter Einstand gelingt, der allerdings vereinzelt von kleineren Patzern flankiert wird.

Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen setzt Hardenberger seit jeher weniger auf klangliche Strahlkraft und hat auf diese Weise eine größere musikalische Individualität entwickeln können. Oft kommen dem Hörer bei seinem Spiel daher Jazztrompeter wie Miles Davis oder Wynton Marsalis in den Sinn. Auch in HK Grubers 3 Mob Pieces spielen die blauen Noten eine nicht unwesentliche Rolle, und der Trompeter erweckt diese drei voller überraschender Wendungen steckenden Miniaturen des österreichischen Komponisten mit viel Charme und Esprit zum Leben. Das Publikum bedankt sich bei dem auch im Kontakt mit dem Orchester sympathisch wirkenden Solisten mit großem Applaus. Für die heutige Wiederholung des Konzerts wünscht man ihm ein deutlich volleres Haus.

Mit Michael Tippetts Oratorium A Child of our Time, das nach der Pause erklingt, hätte man durchaus auch ein ganzes Konzert füllen können. Das stilistisch ebenso auf die Struktur barocker Oratorien wie auf die afroamerikanische Gospelmusik Bezug nehmende Werk fordert von allen Beteiligten viel und birgt ein hohes Kitschpotenzial. Es ist Georg Fritzsch hoch anzurechnen, dass er diese Karte in keinem Moment ausspielt. Stattdessen präsentiert er das dreiteilige, unter dem Eindruck der Reichskristallnacht entstandene Opus in angenehmer Vielförmigkeit. Das Orchester findet sich in der musikalischen Fülle dabei sehr gut zurecht, ebenso der von David Maiwald einstudierte Philharmonische Chor Kiel, der immer hoch konzentriert und differenziert zum Einsatz kommt. Auch das Feintuning der beiden Formationen stimmt, zwischen denen das Solistenquartett in unterschiedlichen Kombinationen auftaucht. Während Marina Fideli in ihrer Altpartie vor allem auf Schlichtheit setzt, wagt ihr Landsmann Petros Magoulas mehr Pathos in der Gestaltung des Bass-Parts. Klangschön und natürlich wirkt zwischen den beiden Thomasz Zagórskis Tenor. Für die überirdischen Augenblicke sorgt an diesem Morgen allerdings konkurrenzlos Adina Aaron, die mit ihrem wunderbar blühendem Sopran in einem Moment den Saal flutet, um im nächsten für schwerelose Pianissimo-Momente zu sorgen - auch dies ein gewichtiger Grund dafür, dass sich die Zuhörer am Ende eines opulenten musikalischen Vormittags in Ovationslaune zeigen.

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