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Alle Fünfe: Gerhard Oppitz und Georg Fritzsch beim Beethoven-Marathon

Beethovenmarathon - Frauke Rottler-Viain erklaert Besuchern ein Barockcello
Foto: Marco Ehrhardt

Kiel. Der Pianist Gerhard Oppitz und GMD Georg Fritzsch verstehen es jedenfalls, triumphal über den Wahnwitz ihrer Rotwein-Idee zu siegen. So einer muss Ludwig van Beethoven selber gewesen sein, besessen und souverän zugleich, unberechenbar und doch kalkuliert. Nur strahlt Oppitz beim Auf- und Abtreten (und beim Spielen sowieso) eine Gelassenheit und Würde aus, die dem in Wien brausenden Bonner Hitzkopf wohl abging.

Ausgerechnet als Geschenk zu seinem eigenen 59. Geburtstag taucht der bayerische Meisterpianist erstmals an einem einzigen Abend gleich in alle fünf Klavierkonzerte ein. Sein nimmermüdes Spiel ist wie immer eindrucksvoll geprägt von einer orchestralen Weite, aufgebaut auf einem klangsatt Resonanz erzeugenden Bass-Register, überhaupt warm im Ton, bestimmt und wuchtig, aber nicht hart in Akzenten. Wirklich erstaunlich ist, wie unbeirrt notentexttreu Oppitz spielt. Allzumenschliche Fehlgriffe sind verschwindend selten. Und dabei wirkt alles so organisch, „richtig“ empfunden und architektonisch durchdacht, als gäbe es gar kein „Anders“.

Die Charaktere der fünf Werke werden in chronologischer Reihenfolge trefflich individuell erfasst, auch wenn Oppitz schon in den ersten beiden Werken eher die gefühlsbetonte Sprache des romantischen 19. Jahrhunderts als die der geistvoll spritzigen Aufklärungsepoche sucht. Überhaupt zeigt sich der Pianist wieder als Magier der langsamen Mittelsätze und introvertierten Momente. Im nachdenklichen Innehalten, im sinnierenden Singen und einsamen Klagen zwingt er den fast vollen Saal in atemlose Stille.

Für die Darstellung der Entwicklungsschübe in Beethovens Konzertschaffen sorgen eher Georg Fritzschs aufgekratzte, im besten Sinne „historisch informiert“ spielenden Kieler Philharmoniker (mit Klassikbögen, Holzflöten, Naturhörnern ...). Die auffällig kleine Streicherbesetzung macht das Hinzutreten der Klarinetten und vor allem der scharfen Trompeten und der knackigen Pauke beim Übergang vom B-Dur- zum C-Dur-Konzert umso deutlicher zum Ereignis.

Im dritten Fall findet Fritzsch mit leicht aufgestockter Orchesterstärke und gewachsener Verdichtung genau den völlig neuartigen Tonfall. Das ist, trotz zwangsläufig geringer Probenzeit, ein elektrisierendes Geben und Nehmen: Als Oppitz beispielsweise den Kopfsatz dieses c-Moll-Konzertes eine Spur zu gemütlich breit angeht, antworten Fritzschs Musiker mit heftig dramatischen Stromstößen. Umgekehrt fordert der Solist immer wieder zu sämigem Legato, zauberhaft schön modulierten Bläsersoli und einem Pianissimo am Rande des Verstummens heraus. So wird gerade auch das vierte Konzert G-Dur nach etwas nüchternem Kopfsatz spätestens ab der Mitte des berühmten Andante-Dialogs zu einem aufblühenden Ideenkraftwerk für erstaunlich vielfarbige Klangschattierungen.

Dass es aber auch nach der zweiten, der von rührigem Rahmenprogramm flankierten Pausen noch allen Beteiligten gelingt, ihre Kräfte für das besonders kraftraubend „heroische“ Es-Dur-Konzert zu bündeln, gemeinsam seine spürbar sinfonischere Dimension auszuloten und berührend „tief“ in die Seelenlage des Adagios hineinzulauschen – dafür sind die Ovationen wirklich angebracht.

 

(Quelle: Kieler Nachrichten)

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